00:00:00: Ich möchte jetzt die Lesung vorlesen für den heutigen Tag.
00:00:03: Es ist auch gleichzeitig der Predigtext und es steht in Erste Korinther III, die Verse neun bis siebzehn und ich lese nach der neuen Genfürübersetzung.
00:00:15: Es is also Gotteswerk an dem wir miteinander arbeiten und ihr seid Gottes Ackerfeld!
00:00:21: Ihr seid Gottes Bauwerk.
00:00:23: weil Gott mich in seiner Gnade dazu befähigt hat habe ich als ein kluger und umsichtiger Bauleiter das Fundament gelegt.
00:00:32: Andere bauen jetzt darauf weiter, aber jeder soll sich sorgfältig überlegen wie er die Arbeit fortführt.
00:00:39: Das Fundament ist bereits gelegt Und niemand kann je ein anderes legen.
00:00:45: Dieses Fundament is Jesus Christus.
00:00:48: Wie nun?
00:00:49: Aber jemand darauf weiterarbeitet, ob mit Gold, Silber, Edelstein, Holz, Schilfrohr oder Stroh.
00:00:56: Das wird nicht verborgen bleiben – der Tag des Gerichts wird bei jedem ans Licht bringen welches Material er verwendet hat Denn im Feuer des Gerichtes wird das Werk jedes Einzelnen auf seine Qualität geprüft werden.
00:01:10: Wenn das was jemand auf dem Fundament aufgebaut hat die Feuerprobe besteht, wird Gott ihn belohnen.
00:01:18: Wenn es jedoch verbrennt, wird er seinen Lohn verlieren.
00:01:22: Er selbst wird zwar gerettet werden aber nur wie einer der im letzten Augenblick aus dem Feuer gerissen wird.
00:01:29: Wüsst ihr nicht dass Ihr der Tempel Gottes seid und das Gottesgeist in Eurer Mitte wohnt?
00:01:35: Wer den Tempel Gottes zerstört sich damit selbst weil er Gottes Gericht über sich bringt denn Gottes Tempel ist heilig.
00:01:47: Die Sommerpause ist zu Ende oder neigt sich dem Ende entgegen.
00:01:52: Die Sommerferien sind zu Ende, die Schule hat wieder gestartet und für viele damit auch der Alltag Zuhause auf der Arbeit und auch in der Schule.
00:02:03: Auch in der Gemeinde starten wieder so viele Kreise- und Angebote.
00:02:07: haben wir gerade an der Folie gesehen was die kommende Woche darüber hinaus alles geplant ist?
00:02:12: Gruppen und Kreise treffen sich Glaube wird geteilt und erfahren da passiert etwas.
00:02:18: Wir haben gerade Mitglieder aufgenommen und Gemeinde lebt.
00:02:23: Gemeinde wächst, Gemeinde entwickelt sich weiter.
00:02:26: Und vielleicht stellt sich in so einem Aufbruch dann auch eine Frage oder zumindest liegt sie mir so ganz nah persönlich Wie soll eigentlich unsere Gemeinde aussehen?
00:02:36: In all dem tun und machen, in all den Geschehen verändern entwickeln und in all dem passieren?
00:02:42: Was braucht eigentlich Gemeinde und Kirche für die Zukunft, die vor uns liegt?
00:02:48: Was kann ich eigentlich persönlich dazu beitragen, wo ist mein Platz da drin?
00:02:53: Denn gleichzeitig leben wir ja in so einer Zeit voller Herausforderungen die ständig auf uns einprasseln.
00:02:59: Es wird unübersichtlicher, komplexer es wird konfliktreicher – zumindestens erscheint es uns so als je zuvor.
00:03:06: und auch als Gemeinde sind wir davon nicht unberührt weil wir einfach mitten im Leben sind.
00:03:11: Auch wir wissen dass wir unterschiedlich sind dass wir auch gegensätzlich sind, dass wir glaube unterschiedlich erleben weil Gott viel größer ist als ich es selbst erfahre und beschreiben kann.
00:03:23: Wir sind voller unterschiedlicher Erfahrungen und gleichzeitig Erwartungen.
00:03:29: Da war ich überrascht über unseren heutigen Predigtext der genau in so einer Zeit irgendwie geschrieben wurde also so ähnlich zumindest.
00:03:38: Zumindest sehe ich darin Parallelen für uns, für mich Und ich hoffe, dass da ein paar Gedanken dabei sind die nicht nur dich persönlich sondern auch uns als Gemeinde, als Gemeinschaft ermutigen.
00:03:49: Denn in diesem Abschnitt den wir gelesen haben zugegeben herausfordernd stecken nicht nur Ermanungen sondern auch ganz viele Hoffnungsgedanken im Blick auf die Zukunft.
00:04:02: Gemeinde ist noch nicht fertig sagt Paulos.
00:04:06: Sie ist immer noch Baustelle aber gleichzeitig und das ist für dieser Widerspruch scheinbarer Widerspruch Tempel Gottes.
00:04:14: Bevor wir ein paar dieser Gedanken uns im Detail anschauen, hilft uns vielleicht einen größeren Zusammenhang.
00:04:21: Apostel Paulus hat die Gemeinde in Korinth gegründet und ist weitergezogen.
00:04:27: Nach ihm kamen andere haben Gemeinde gelehrt, geleitet gestaltet begleitet unter anderem Apollos Und das war für Paulus überhaupt kein Problem dass nach ihm andere kamen.
00:04:39: Ganz im Gegenteil, Gemeinde soll ja weiter wachsen und sich entwickeln.
00:04:43: Und ihren Platz finden!
00:04:45: Für Menschen und für alles drum herum Licht-und Salz sein.
00:04:50: Aber es gab etwas was er problematisch fand Denn in Korinth haben sie sich in seiner Abwesenheit Lager gebildet Parteiungen Die einen beriefen sich auf Paulus als den Gründer der Gemeinde und andere wiederum als Apollos Der die Gemeinde dann ein Stück weit begleitet hat.
00:05:07: Die Korinther verglichen die zwei und natürlich auch andere, die vorbeikamen nach ihrem Ansehen.
00:05:13: Nach ihrer Redegewandheit, nach ihrem Charisma, nach dem wie sie Glauben überzeugend darstellen konnten, nach ihrer Weisheit und wie Sie einfach so als Person waren.
00:05:24: Und das kennen wir ja auch.
00:05:25: es gibt Sympathien für Menschen und mit manchen kommen wir nicht so richtig klar.
00:05:31: Paulus stellt sich gegen einen Personenkult und sagt ihr folgt hier Menschen Und darum soll es eigentlich nicht gehen.
00:05:40: In unserem Abschnitt ein paar Verse vorher, da sagt er Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen Gott aber hat das Wachstum geschenkt.
00:05:49: Das heißt Paulus und Apolloss haben unterschiedliche Aufgaben Aber keiner von ihnen ist der Grund dafür dass es die Gemeinde in Korinth gibt und dass sie wächst.
00:06:01: Gott ist derjenige der das Wächstum möglich macht.
00:06:05: Und genau hier wechselt dann das als Vorspann das Bild in unserem Predigtext, denn Paulus gebraucht hier das Bild vom Acker geht dann zur Baustelle über und endet im Tempelgedanken.
00:06:19: Und dabei gebrauchte er verschiedene Bilder zum Beispiel Bilder von Feuer- und Gericht und ich vermute wenn wir das gerade so gelesen haben dass das am meisten hängen geblieben ist.
00:06:27: zumindest gings mir so als ich es gelesen habe und da könnte man schnell denken jetzt geht es eigentlich darum was am Ende von meinem Leben übrig bleibt und ob es Bestand hat.
00:06:38: Aber Paulus geht das etwas anders an.
00:06:42: Als erstes stellt er sich der Frage, wie bauen Menschen eigentlich an Gottes Gemeinde mit?
00:06:48: Und Paulus beginnt nicht damit zu sagen was man tun und lassen soll – er hätte bestimmt großartige Tipps für die Korinther.
00:06:54: Er kennt die Stadt, er war da lange genug, er kennt die Gemeinde aber er sagt ihn nicht, was sie konkret tun oder lassen sollen sondern er beginnt damit wem diese Gemeinde in Korinth eigentlich gehört.
00:07:06: Denn Gemeinde ist Gottesgemeinde und nicht unsere Gemeinde.
00:07:12: Paulus betont eindrücklich, dass es um Gottes Mitarbeiter, Gottes Ackerfeld, um Gottes Bau- und Gottestempel geht – und dabei ist niemand anderes als Gott im Vordergrund!
00:07:25: Und das ist super spannend, weil Paulus erfährt hier ja auch persönliche Anfechtung, dass er versagt hat, dass der nicht gut genug ist, dass andere besser sind als er, dass man ihm nicht vertrauen oder auf ihn hören kann, und das Gemeinde etwas anderes braucht.
00:07:40: Doch anstatt auf seinen Ansehen, auf seine Begabungen und auch auf seine Vollmacht zu verweisen – und davon hat Paulus echt eine Menge – geht er einen anderen Weg in diesen Fersen die wir gerade gehört haben.
00:07:50: da relativiert er sich selbst, er relativiert auch Apollos und ich glaube auch stellvertretend eigentlich jeden Anderen von uns auch.
00:07:59: Kein Verkündiger und keine Gruppe kann Gemeinde für sich beanspruchen!
00:08:04: Gemeinde verdankt sich nur Gott Er schenkt das Wachstum und er ist derjenige, der sie auch erhält.
00:08:10: Sie ist weder das Werk noch der Besitz von Menschen oder von Gemeindemitgliedern.
00:08:18: Das wird damals den Menschen in Korinth wahrscheinlich nicht so richtig gefallen haben Und ich glaube auch uns darf es heute herausfordern dieser Gedanke dass Gemeinde Gottesgemeinde ist und nicht unsere.
00:08:35: Ich habe für mich Zwei Perspektiven gesehen, wie ich das höre.
00:08:38: Und vielleicht kannst du diese zwei Perspektive auch einnehmen?
00:08:42: Vielleicht hörst Du diese Gedanken, dass es eigentlich Gottesgemeinde ist und nicht Deine als jemand der gerade Verantwortung in Gemeinde übernimmt, der sich gerade einbringt nach seinen Möglichkeiten, nach seinen Kräften, nach seinem Geld, nach seiner Zeit, nach Seinen Leidenschaften mit all den Opfern die Du da hineinsteckst!
00:09:01: Wir tragen Verantwortung aber Paulus sagt sehr eindeutig wir tragen nicht die Gemeinde.
00:09:08: Das Bestehen der Gemeinde hängt nicht von Pastoren, von Gemeindelleitungen.
00:09:12: Von einzelnen Schlüsselpersonen weder von Haupt- noch von Ehrenamtlichen ab!
00:09:17: Ja wir dürfen die Gemeinde dienen aber wir sind nicht die Besitzer der Gemeinden und schon gar nicht ihre Retter auch wenn Gemeinde dafür prädestiniert ist dass ich mit meinem Retterkomplex gerne so viel retten möchte.
00:09:30: Paulus sagt nein du bist weder der Besitzer noch der Retter der Gemeinder.
00:09:36: Vielleicht hörst du aber auch diese Gedanken als jemand, der zwar irgendwie Teil der Gemeinde ist.
00:09:41: Aber eigentlich denkst das Gemeinde eher die Sache der Verantwortlichen ist.
00:09:46: Warum auch immer?
00:09:48: Du bist es nicht!
00:09:49: Gemeinde gehört dir nicht und das ist auch ein guter Gedanke.
00:09:52: Aber – und das is Paulus' Gedankel – sieh's auch nicht bloß ein Projekt von Pastoren, von Einzelnen besonders begabten, von Menschen, die Verantwortung übernehmen.
00:10:02: Von Schlüsselpersonen.
00:10:03: Gemeinde ist nicht das Projekt von Einzelnen.
00:10:06: Und dann weitert Paulus den Blick, indem er den Gedanken so ähnlich formuliert wie Es geht nicht um Apollos und die vielen anderen tollen Menschen, die Verantwortung übernehmen.
00:10:16: Jeder der an dieser Gemeinde weiterbaut, der soll darauf achten, wie er es tut.
00:10:23: Deshalb dürfen wir uns vielleicht auch heute an dieser Stelle fragen lassen Was trage ich eigentlich zum Bau der Gemeinde bei?
00:10:31: Durch welches Verhalten, durch welches Handeln?
00:10:34: Wie baue ich die Gemeinde Gottes mit auf?
00:10:38: Auch unsere beiden neuen Mitglieder und unsere Gemeinde.
00:10:43: So habe ich es ja gerade beschrieben bei der Mitgliederaufnahme, aber dieses Unsere meint nicht ein Besitzanspruch so nach dem Motto das Inner- und Melanie jetzt zu uns gehören hoffentlich ein paar Aufgaben übernehmen und ich über sie verfügen kann im Sinne.
00:10:56: Das meint es ja überhaupt nicht!
00:10:57: Und genau dagegen dieses extreme Verständnis geht Paulus entgegen.
00:11:02: Gemeinde gehört uns gemeinsam, weil sie Gott gehört.
00:11:05: Nicht wir sind die Besitzer sondern Gott!
00:11:09: Ob jemand also dreißig Minuten oder zehn Jahre oder vielleicht sogar fünfzig und mehr Jahre zu dieser Gemeinde gehört niemand von uns besitzt sie.
00:11:19: Es ist nicht meine Gemeinde es ist nicht deine Gemeinde das ist Gottesgemeinde.
00:11:23: Vielleicht klingt das erstmal wie so eine Binsenweisheit Weil okay was spricht dagegen wenn Sie Gott gehört?
00:11:28: Aber vielleicht hörst du auch diesen Gedanken recht kritisch Und man könnte an dieser Stelle Paulus unterstellen, dann ist es doch egal was wir tun und lassen.
00:11:37: Gott ist der Ohrheber, der Erhalter und der Besitzer der Gemeinde – wer bin ich denn schon?
00:11:43: Dass ich da etwas ausrichten kann!
00:11:46: Doch für Paulus ist genau das Gegenteil der Fall.
00:11:50: Wenn die Gemeinde Gott gehört, dann stellt sich die Frage umso mehr worauf und wie bauen wir eigentlich an dieser Gemeinde mit.
00:12:01: Dabei erklärt Paulus dass das Fundament für diese Gemeinde schon längst gelegt ist Und wir dürfen da drauf weiterbauen.
00:12:08: Paulus sagt am Anfang, dass er das Fundament für die Gemeinde gelegt hat und andere darauf jetzt weiterbauten.
00:12:14: Aber niemand kann einen anderen Grund legen als er schon gelegt ist in Jesus Christus.
00:12:20: Das bedeutet, dass Paulus selbst nicht das Fundamentalist, dass Apollos nicht das fundament sein kann.
00:12:25: Dass nicht ein Pastor oder eine Gemeindelleitung oder ein anderer begabter oder befähigter eingesetzten Mensch der Grund für Gemeinde sein kann.
00:12:34: Das Fundament kann keine bestimmte Form von Gemeinde auch sein.
00:12:38: Keine Persönlichkeit, auch keine menschliche Erkenntnis und Weisheit und keine Struktur.
00:12:44: das Fundament ist allein Jesus Christus.
00:12:46: und am Anfang vom ersten Korintherbrief in diesen ersten eins zwei drei Kapiteln da beschreibt es Paulos sogar noch deutlicher indem er sagt Jesus Christes der gekreuzigte ist das Fundamental.
00:12:59: Und jetzt kommt das große Aber was vielleicht auch aufstoßen kann.
00:13:05: Aber die Gemeinde ist noch nicht fertig.
00:13:07: Erst jetzt kann der Bau beginnen.
00:13:10: Gerade weil das Fundament gelegt wurde, soll darauf weitergebaut werden und darin können wir auch eine zweifache Bedeutung für uns als Gemeinde erkennen.
00:13:21: Wir müssen das Fundamental nicht neu erfinden!
00:13:24: Wir müssen nicht erst herausfinden worauf Kirche und Gemeinde in Zukunft bestehen kann.
00:13:29: Und ja, wir suchen oft nach Strategien, nach Konzepten, nach Ideen, nach Möglichkeiten Ehrenamt zu stärken die Entwicklungen mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen unserer Stadt und unsere Gesellschaft in der Politik überall wo wir uns einbringen können.
00:13:44: Wir suchen nach Möglichkeiten aber an dieser Stelle dürfen wir als Gemeinde nicht abhängig davon sein für jede gesellschaftliche Entwicklung eine perfekte Antwort finden zu müssen.
00:13:56: Gemeinde hängt ja auch nicht daran dass wir sofort auf jede Frage die auf uns einprasselt eine gemeinsame Überzeugung finden und sofort festhalten denn Gemeinde hat schon längst für die Zukunft eine tragfähige Basis.
00:14:10: Der Grund ist Jesus Christus der Gekreuzigte und die Zukunft der Gemeinde, die beginnt nicht erst wenn wir einen neuen Schlüssel gefunden haben wie wir die nächste Generation bewegen und erreichen und einen guten Ort schaffen können wo Glaubenserfahrungen gesammelt werden, wo Gott begegnet wird und Glaube reift und wächst.
00:14:27: Die Gemeinde beginnt auch nicht erst, wenn wir die nächsten Generationen erreichen oder wenn wir diese bisherigen Generationen gut versorgen.
00:14:34: Gemeinde hat schon längst begonnen mit dem Grund, der gelegt ist in Jesus Christus.
00:14:41: Und da gibt es noch eine zweite Perspektive.
00:14:44: Der Grund ist schon längst gelegt und wir müssen ihn nicht neu erfinden – aber auf diesen Fundament darf weitergebaut werden!
00:14:52: Auf der einen Seite kann das gelegte Fundament ja eine große Entlastung sein, aber gleichzeitig bringt es uns auch eine große Verantwortung.
00:15:00: Paulus sagt nicht dass der Fundament stimmt also alles andere egal.
00:15:04: er sagt viel mehr.
00:15:06: jeder von euch sehe zu wie er auf diesen Fundament weiterbaut.
00:15:11: Denn für Paulus ist eins klar, Gemeinde – ob in Korund, Fessos oder woanders – ist zwar auf Christus gebaut aber damit ist sie auch nicht statisch!
00:15:22: Ist nie fertig, ist nie vollkommen und ist nie abgeschlossen sondern ist ein Bau für die Ewigkeit.
00:15:29: Weiterbauen gehört für Pauluss dazu denn Gemeinde ist immer am Werden weil sie mit uns zu tun hat.
00:15:37: Wir sind noch lange nicht fertig.
00:15:39: Aber die berechtigte Frage, die die Korinther wahrscheinlich hatten, womit baut man denn jetzt eigentlich?
00:15:45: Das Fundament ist gelegt – das ist klar!
00:15:47: Aber womit baut man?
00:15:49: Und hier wird es ein bisschen herausfordernd.
00:15:51: Paulus gebraucht an dieser Stelle ein Bild.
00:15:53: Er zählt Materialien auf mit denen Gemeinde gebaut werden kann in zwei Gruppen Gold, Silber und kostbare Edelsteine auf der einen Seite und auf der anderen Seite könnte man Gemeinde auch mit Holz, mit Schilfrohr und Stroh bauen.
00:16:10: Paulus erklärt diese Bilder nicht.
00:16:12: Aber es gibt eine Linie, die sich daraus entwickelt.
00:16:17: Was wahrscheinlich Paulus damit ausdrücken möchte ist auf der einen Seite einfach aber gleichzeitig auch sehr herausfordernd.
00:16:24: Nicht alles was wir in Gemeinde investieren und aufbauen hat vor Gott den selben Wert.
00:16:31: Nicht Alles was wir im Gemeinde Investieren und Aufbauen Hat vor Gott nicht denselben Wert!
00:16:37: Was menschlich oft beeindruckend ist Und eigentlich logisch und konsequent ist, was wir tun und was wir lassen hat für Gott oft nicht automatisch eine geistliche Tragfähigkeit.
00:16:50: In Korinth waren es gerade rhetorik.
00:16:54: da war es das Ansehen der Person eine gewisse Prominenz Eine menschliche Weisheit die wenige besaßen aber dafür umso besser ausspielen konnten Die wichtige Maßstäbe in der Stadt waren und zu wichtigen Maßstäben in der Gemeinde wurden.
00:17:07: und genau das kritisiert Paulus.
00:17:10: Er trifft hier an dieser Stelle keine direkte Aussage, welche geistlichen Materialien vor Gott mehr Bestand haben und mehr Wert haben als andere.
00:17:19: Und vielleicht ist es auch gut so denn an dieser stelle können wir uns dann persönlich fragen wie bauen wir ein gemeinde mit?
00:17:29: Vielleicht durch das was wir sagen, vielleicht durch die Art wie wir miteinander und mit anderen umgehen?
00:17:36: erst dann wenn keiner hinschaut und keiner hin hört.
00:17:40: Vielleicht durch unsere Mitarbeit.
00:17:43: oder vielleicht bauen wir auch eine Gemeinde mit, wenn wir anderen die Möglichkeit geben uns zu dienen.
00:17:50: Durch unseren Umgang mit Unterschiedlichkeiten und schmerzhaften Gegensätzen.
00:17:55: Durch das was wir fördern und auch durch dass was wir vielleicht unterdrücken und damit zerstören und beschädigen.
00:18:04: der Maßstab dafür ist nicht einfach das was uns erfolgreich modern oder hilfreich erscheint sondern ob das Bauen auf den Fundament, auf Christus erfolgt.
00:18:14: Den gekreuzigten und spannend ist auch wenn Paulus hier vom Aufbau der Gemeinde spricht dann denken wir ja als erstes an die Predigt, an die Verkündigung.
00:18:24: aber Paulus Verständnis geht in dieser Stelle viel weiter.
00:18:27: für ihn es auch entscheidend dass wir Gemeinde aufbauen wie wir miteinander umgehen Wie wir unser Leben gestalten?
00:18:35: Wie wir miteinander Umgehen mit Menschen die eigentlich nicht uns wichtig sind Und dabei immer Christus als Maßstab behalten.
00:18:42: Das heißt, Paulus gibt uns an dieser Stelle keine fertige Antwort was Bestand hat und einen höheren Wert vor Gott hat und was nicht.
00:18:51: Stattdessen gibt er uns einen hoffnungsvollen Zuspruch.
00:18:54: Du bist nicht für alles in der Gemeinde verantwortlich aber du bist auch nicht bedeutungslos für das was aus ihr wird.
00:19:04: Bevor wir zum Höhepunkt von Paulus Gedanken zum Tempel kommen ein kurzer Seitenschwenker.
00:19:12: Paulus gebraucht hier das Bild von Gericht und von Feuer, und es kann echt herausfordernd sein.
00:19:17: Und vielleicht soll es auch!
00:19:18: Denn Paulus sagt, eines Tages wird sichtbar werden was vor Gott Bestand hat.
00:19:24: Dabei wird das Gebäude mit Feuer geprüft werden welches Bildhaft für das Gericht Gottes steht.
00:19:30: Was bestand hat, wird von Gott anerkannt?
00:19:34: Und was keinen bestandt hat, dass wird durch das Feuer offenbar werden.
00:19:38: Und diese zwei Kategorien die er vorher erklärt sind ja offensichtlich Stroh und so weiter wird wahrscheinlich Verbrennen- und Keinbestand haben.
00:19:47: Aber wichtig an dieser Stelle ist, geprüft wird hier der Beitrag zum Aufbau der Gemeinde.
00:19:54: Geprüft wird der Beitragt zum Aufbautergemeinde.
00:19:58: Denn das Werk verbrennt unterscheidet Paulus zwischen dem gescheiterten Werk in der Gemende und der persönlichen Rettung im Gericht.
00:20:08: Denn in Vers Vierzehn sagt er selbst wenn Das Werk für die Gemeinde scheitert, er selbst wird gerettet werden.
00:20:15: Und das meint tatsächlich die endgültige Rettung in der Vollendung, in der Wiederherstellung und in der großen Gerechtigkeit im Gericht Gottes.
00:20:24: Also ist Folgendes wichtig – in diesem Bild des Gerichts und des Feuers.
00:20:28: Paulus sagt, was wir an Gemeinde bauen, ist Gott nicht gleichgüldig!
00:20:33: Aber unsere Rettungen sind nicht der Lohn für erfolgreichen Gemeindebau.
00:20:38: Das trägt uns nämlich, selbst wenn wir Fehler begehen und scheitern.
00:20:43: Uns verirren und umkehren müssen!
00:20:46: Gerade deshalb ist Christus das Fundament – und gerade deshalb ist es super wichtig, verantwortlich darauf weiterzubauen.
00:20:54: Du musst Gottes Gemeinde nicht tragen, aber du darfst an ihr mitbauen.
00:21:00: Der Höhepunkt Diese Baustelle ist gleichzeitig schon längst Tempelgottes.
00:21:07: Paulus baut ja eine Spannung auf Und diese fühlt sich wie ein Spagat an, den Renate du auch schon beschrieben hast.
00:21:14: Wie kann Gemeinde gleichzeitig Baustelle sein und gleichzeitig einen Tempel?
00:21:20: In Vers sechzehn heißt es – wisst ihr nicht dass Ihr Gottes Tempel seid und Gottes Geist in Euch wohnt?
00:21:29: An dieser Stelle spricht Paulus immer noch die Gemeinde im Korinth an!
00:21:33: Nicht die persönlichen Leute in Korinthe sondern die ganze Gemeinde.
00:21:37: Dass ihr, meint hier tatsächlich an dieser Stelle zuerst nicht den einzelnen Christen sondern die Gemeinde als Ganzes.
00:21:44: Diese ominöse Masse, die man manchmal gar nicht beschreiben kann.
00:21:48: Diese Gemeinde ein Teil von verschiedenen Gliedern ist Gottes Tempel und das eben nicht deshalb weil diese Gemeinde in Korinth großartig ist.
00:21:58: ja es gibt einiges wofür er sie lobt und was er großartige an ihr findet wie sie begabt ist, wie sie in ihrer Stadt wirkt wie sie mit Gaben umgehen, wie Sie miteinander Gott loben und ehren.
00:22:09: Aber gleichzeitig ist diese Gemeinde alles andere als perfekt.
00:22:12: Es gibt in ihr Fehler Konflikte es gibt in Ihr Entwicklungen und Veränderungen die Paulus große Sorgen machen.
00:22:19: Auf der Baustelle gibt es eben einiges was gut läuft und zum Bau beiträgt Und manches was einfach erneuert werden muss Was repariert werden muss, was geheilt werden muss Und das tut niemand anderes als Gott.
00:22:33: Gemeinde ist für Paulus Tempel und Baustelle zugleich.
00:22:37: Denn Gott wartet nicht darauf, dass die Gemeinde erstmal perfekt fertig gestellt wird – das alles in ihr läuft so wie wir es uns gerade vorstellen!
00:22:47: Er sagt dieser unfertigen Gemeinde im Korinth Ihr seid schon längst mein Tempel Die Begründung weil mein Geist in Euch wohnt Und spätestens an dieser Stelle.
00:22:58: Ich habe das aber zwischendurch immer wieder gemacht, merke ich gerade.
00:23:01: Dürfen wir es auf uns als Stadtmission und ich auf mich als Vladimir und du auf dich persönlich übertragen?
00:23:07: Unsere Gemeinde ist nicht erst dann Gottes Gemeinde wenn diese Baustelle hier irgendwann abgeschlossen ist.
00:23:13: Und damit meine ich nicht die räumlichen Sachen die auch gemacht werden müssen dach und Heizungen was da nicht alles ist sondern auch geistliche Baustellen wo wir Gottes Erkenntnis brauchen, wo wir lernen dürfen einander zu vergeben wo ich lernen darf mich korrigieren zu lassen wo ich lernen darf, mutig Gott zu bezeugen und seine Liebe in Wahrheit weiterzugeben.
00:23:33: All das sind auch geistliche Baustellen!
00:23:36: Unsere Gemeinde ist nicht erst dann Gottes Gemeinde wenn diese Baustelle fertig sind denn Gottes Geist wohnt schon jetzt in unserer Mitte.
00:23:47: Mit dieser Gewissheit kann auch Paulus am Ende in Vers siebzehn eine scharfe Warnung aussprechen die aber dann vielleicht ganz anders klingen kann.
00:23:56: Da sagt Paulus hingemäß Wenn jemand den Tempel Gottes zerstört der wird auch von Gott zerstört werden.
00:24:03: Paulus geht hier aber über ein mangelhaftes oder fehlerhaftes Bauen hinaus, hier geht es um das tatsächliche Zerstören des Tempels.
00:24:12: Das heißt, Paulus erklärt hier dass nicht jeder Fehler und auch nicht jede Meinungsverschiedenheit automatisch zur Zerstörung des Tempel führt.
00:24:20: Unterschiedlichkeit gehört für Paulus zur Gemeinde, das ist sein Grundansatz warum er auch Apollos Birken lässt.
00:24:27: Ernst wird es für Paulis dort wo aus diesen unterschiedlichen Lager- und Spaltungen entstehen, wo Menschen gegeneinander ausgespielt werden sich zurückziehen und davon laufen.
00:24:38: Wo so viel Schaden entsteht das auch unsere Herzen daran kaputt gehen können.
00:24:43: Das ist die tatsächliche Beschädigung für die Gemeinde.
00:24:46: Warum
00:24:47: nimmt
00:24:47: Gott das so ernst wenn seine Gemeinde zerstört wird?
00:24:51: Noch mal, nicht weil unsere Organisationen und Traditionen und unsere Prägung so heilig für ihn wären.
00:24:59: Nicht weil wir unantastbar für ihn sind sondern weil er seine Gemeinde heiligt nennt, weil er selbst Teil davon ist.
00:25:07: Und an dieser Stelle habe ich folgende Fragen aufgeschrieben die vielleicht auch für dich Fragen sind, die du bewegen kannst Denn wenn Gott seine Gemeinderheilig ist dann hat es damit zu tun wie ich diese Gemeinde sehe.
00:25:20: Vielleicht kannst du dir diese Fragen mitnehmen, vielleicht für die nächsten Minuten oder Sekunden.
00:25:24: Vielleicht aber auch für die kommenden Tage?
00:25:28: Wie denken wir eigentlich übereinander wenn wir miteinander unterwegs sind?
00:25:34: und wie reden wir übereinander, wenn jemand nicht dabei ist?
00:25:41: Was geschieht unter uns und mit uns, wenn sich aus unterschieden Parteihungen und Lager bilden?
00:25:49: was geschieht, wenn mein Recht behalten wichtiger ist als du?
00:25:54: und die Gemeinde Fördert das, was ich tue Gemeinschaft auf dem Fundament Christi wachsen zu lassen?
00:26:03: Oder beschädigt es das er?
00:26:09: Vielleicht ist so ein Augenöffner für dich folgender Gedanke.
00:26:15: Was Gott heilig isst Das darf uns nicht gleichgültig sein.
00:26:20: Wenn wir es lernen zu erkennen wie kostbar Gottes Gemeinde für ihn selbst ißt Dann beginnen wir vielleicht auch die Gemeinde und die Menschen anders in ihr zu sehen Und anders mit ihnen umzugehen.
00:26:36: Heilig ist, darf uns nicht gleichgültig sein.
00:26:39: Wenn wir erkennen wie kostbar Gottes Gemeinde für ihn selbst ist.
00:26:43: dann können wir auch beginnen diese Gemeinde und die Menschen in ihr anders zu sehen und auch mit ihnen gut umzugehen.
00:26:53: Ich komme zum Schluss Sommerpause.
00:26:56: es zu Ende.
00:26:57: Kreise starten du suchst vielleicht dein Platz Du bist orientieren.
00:27:02: Wir starten wieder durch Ob als festes Mitglied oder als Wegbegleiter als Unterstützer Stadtmission.
00:27:10: Aber wir beginnen nicht bei Null!
00:27:14: Das Gemeindeleben bekommt neue Dynamik, wir übernehmen Aufgaben und Verantwortung als neue und alte Mitglieder, als Freunde- und Wegbegleiter.
00:27:23: Wir dürfen Gemeinde weiterbauen aber wir beginnen jetzt nicht bei null.
00:27:26: Denn das Fundament ist schon längst gelegt durch Jesus Christus.
00:27:31: Wir bauen nicht unsere eigene Gemeinde denn sie gehört diesen allmächtigen Gott.
00:27:39: was einfach zu unserer Organisation dazugehört, weil Gottes Geist schon längst in dieser Gemeinschaft wohnt.
00:27:46: Das ist das Entscheidende!
00:27:48: Deshalb dürfen wir auf der einen Seite gelassen sein, denn wir müssen diese Gemeinde nicht tragen – Gott tut es.
00:27:56: Aber wir dürfen auch mutig werden, denn WIR, du und ich, dürfen diese Gemeinden weiterbauen Und deshalb dürfen wir verantwortlich sein Denn es kommt darauf an wie wir diese Gemende bauen Und deshalb dürfen wir auch hoffnungsvoll sein.
00:28:14: Denn mitten in diesem Bauen, in diesem Erkennen und Korrigieren, in diesen Vergebenen und Versöhnen und Staunen und Feiern mitten dieser Baustelle – da wohnt Gottes Geist schon längst!
00:28:27: Amen.