Predigten

Predigten

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:04: Herzlich Willkommen zum Podcast der Stadt in St.

00:00:06: Wolfsburg!

00:00:07: Wir wünschen dir viel Segen beim Nuchen der Inhalter!

00:00:31: Da war ich noch jung, jünger als heute und frisch in meinem Gemeindedienst.

00:00:50: Und da kam ein älterer ganz weiser Gemeindebruder auf mich zu... ...und hat mir einen Tipp für meinen Gemeindedingst gegeben!

00:01:01: So richtig mit Zeigefinger!

00:01:03: Flani Mir.

00:01:04: Das Wichtigste der Gemeinde ist Gebet.

00:01:07: Gebet ist der Motor für die Gemeinde.

00:01:09: Das Wichste sind Gebetskreise.

00:01:13: Ich bin ganz klein geworden.

00:01:16: Heute weiß ich Ich habe schon früher das erfahren, was er eigentlich damit sagen wollte.

00:01:21: Aber angekommen ist bei mir ein krasser Imperativ mit einem großen Würfer an Gedanken!

00:01:29: Denn es hat in mir eher Druck ausgeübt – ich bete dann wahrscheinlich zu wenig.

00:01:36: Ich bete wahrscheinlich nicht regelmäßig genug.

00:01:40: Ich bete wahrscheinlich nicht mit den richtigen Worten, denn manchmal weiß ich einfach nicht, was ich beten soll.

00:01:48: Andere Beta sind viel besser als ich.

00:01:52: Die haben mehr Durchhaltevermögen, die finden die richtigen Worte, die haben einen besseren Draht zu Gott.

00:01:58: Ich weiß ja gar nicht ob meine Worte dort ankommen wo sie eigentlich hingehören.

00:02:06: Beten kann Druck ausüben.

00:02:09: Neben Rogate betet feiern wir heute Muttertag und vielleicht hoffentlich ist es ein schöner Tag für dich mit ganz vielen dankbaren Moment Aber gleichzeitig ist es auch ein ganz schön ambivalenter Tag, der manchmal uns auch traurig macht und manches Schmerzhafte und Belastete in uns hervorruft.

00:02:31: Und genau in diese Spannung eines Drucks, da passt auch das Abendmahl was wir heute im Gottesdienst feiern wollen!

00:02:37: Denn beim Abendmall kommen wir nicht als Menschen die schon längst fertig sind und alles sortiert, alles geklärt haben und alles wissen sondern wir kommen als Suchende und als Empfangende.

00:02:48: Und genau in so eine Situation des Suchens und Empfangens, da passt auch unser Predigtechs aus Matthäus VI.

00:02:55: Die Verse bis Fünfzehn die wir gerade gehört haben.

00:02:58: Denn Jesus sagt ja eben nicht strengt euch mehr an beim Beten Sondern er sagt kommt zum Vater wenn ihr betet Kommt zum Vater!

00:03:09: Ich möchte heute den Fokus darauf legen dass Jesus in diesem Abschnitt In gewisser Weise das Gipfet Gebet von einem gewissen Druck befreit und das Schwere von uns nimmt.

00:03:21: Aber gleich vorweg, dadurch wird es nicht einfacher und irgendwie automatischer und selbstverständlicher.

00:03:27: Das Gebet bleibt nach wie vor eine Herausforderung Eine Beziehung mit Gott zu führen und zu gestalten Zu verantworten und immer wieder Gott nachzugehen oder besser gesagt sich von ihm nachgehen zu lassen.

00:03:39: aber Es kann uns auf der einen Seite auch ganz schön viele Missverständnisse vom Gebet nehmen.

00:03:44: Da möchte ich heute den Fokus draufnehmen mit dem Ziel und mit dem Wunsch, dass wir ermutigt werden zu beten aber nicht aus Druck sondern aus der Sehnsucht nach einer Begegnung, nach einer Erkenntnis, nach einem Annahme ganz persönlich aber auch gemeinsam.

00:04:02: Ich habe drei... Also eigentlich hab' ich ganz viele Punkte Aber ich hab' drei wichtige Punkte wo ich für mich so gedacht habe und für uns als Gemeinde, für dich vielleicht sogar ganz persönlich, wo Jesus uns von einer gewissen Missverständnishaltung vom Gebet befreien kann.

00:04:21: Die erste Befreiung ist Du musst beim Beten nichts darstellen!

00:04:26: Du musst bei dem Beten nix darstellen.

00:04:30: Die ersten zwei Verse fünf und sechs, da spricht Jesus von Menschen die Beten umgesehen zu werden.

00:04:38: Menschen beten um gesehen zu werden.

00:04:41: Wichtig ist hierzu wissen, dass Jesus ja damit nicht das Gebet als Ganzes kritisiert und schon gar nicht grundsätzlich pauschal sagt öffentliches Gebet gehört verboten.

00:04:51: Ganz im Gegenteil!

00:04:52: Das Problem liegt ja gar nicht beim Gebet in der Kirche, im Gottesdienst oder an den öffentlichen Räumen.

00:04:57: Das Problem was Jesus hier anspricht ist wenn das Gebete zu einer Art Bühne wird Wenn Frömmigkeit zu eine Rolle wird.

00:05:05: Man redet dann scheinbar mit Gott aber eigentlich hat man Menschen vor Augen Entweder in einer Gebetsgruppe, die vor einem sitzen – so kenne ich das aus mir.

00:05:12: Oder wenn ich im Gebet anliegen Menschen vor den Augen habe für die Ich um bestimmte Dinge

00:05:18: bete.".

00:05:20: Aber genau das meint Jesus ja eigentlich nicht worum es geht!

00:05:24: Denn man redet anscheinbar nicht mit Gott sondern mit und über Menschen.

00:05:30: Jesus wählt hier ein recht hartes Wort.

00:05:32: sowohl Luther als auch neue Genferlübersetzung übersetzen ist mit Heuchler.

00:05:37: Diese Menschen werden mit Heucher beschrieben.

00:05:40: Aber Heuchler meint an dieser Stelle nicht einfach nur Menschen, die etwas falsch machen.

00:05:44: Sondern meint viel mehr Menschen in ihrer Art, in ihrer Ausführung, die Frömmigkeit aus einer anderen Sicht sehen.

00:05:54: Denn schon damals wie heute kann religiöse Sprache, kann Gebet, kann gelebter Glaube sogar geistliche Worte eine bestimmte Rolle bekommen.

00:06:04: Die Grundfrage ist nicht ob Gebet öffentlich oder privat sein soll sondern die Grundfrage lautet Ist Gebet eine Bühne vor Menschen oder drückt sie eine Beziehung von und zu Gott aus?

00:06:16: Zu Gott dem Vater.

00:06:19: Und gerade das Vater Unser zeigt ja dann später, dass es nicht um ein persönliches geht sondern immer auch ein Miteinander – um ein gemeinsames Gebet!

00:06:27: Das heißt Jesus möchte uns eigentlich aus der Selbstdarstellung herausführen.

00:06:32: Selbstdarstellungen Gott gegenüber und Selbstdarstellungen auch Menschen gegenüber.

00:06:39: Jesus benutzt an dieser Stelle so ein schönes Bild, zumindest habe ich das immer so schön romantisch verstanden eines stillen Kämmerchens.

00:06:46: Man soll lieber in einen verschlossenen Zimmer gehen und eine Kammer und dort beten.

00:06:51: Und ich hab vor Augen so ein richtig schön eingerichtetes Gebetskämmerchen – da wo ich studiert habe, hatten wir Gebetszimmer, wo jeder sich zurückziehen konnte.

00:07:01: Die waren gemütlich!

00:07:02: Die waren atmosphärisch, die waren unterstützend und helfend um einfach Stille zu haben und zu beten.

00:07:08: Aber das, was jetzt hier erwähnt wird ist gar nicht so mit einem romantischen stillen Kämmerchen zu verstehen.

00:07:15: Vielmehr ist hier das Wort, was Jesus benutzt eher eine abschließbare Vorratskammer also ein Rumpelkammer wo Sachen verwahrt und geschützt werden und abgeschlossen ist.

00:07:25: wahrscheinlich nicht so schön ohne Fenster zur damaligen Zeit.

00:07:29: Was möchte also Jesus damit eigentlich sagen?

00:07:31: dass er das Bild stellt wir sollen lieber in einer verschlossenen Vorratskammer beten.

00:07:37: Ich glaube entscheidend ist nicht der Ort, sondern die Ausrichtung.

00:07:41: Ich glaube was er uns hier mit diesem ersten Missverständnis sagen möchte ist wir sollen heraus aus der Logik des Gesehenswerdens sowohl vor Gott als auch vor den Menschen hin zu einem Beziehung zu einem Vater.

00:07:54: Es geht Jesus also nicht um eine Frömmigkeit die nur innerlich und privat für sich existiert.

00:08:00: ich bete ja für mich und das passt.

00:08:02: es geht immer eine Frömigkeit die von innen her echt wird weil sie an Gott ausgerichtet, aber auch gleichzeitig im Leben verwurzelt ist.

00:08:11: Klingt nach einem Widerspruch, aber wird gleich deutlich!

00:08:14: Denn Gott der Vater ist auch im Verborgenen gegenwärtig.

00:08:19: Im Verborgenden nicht zur Kontrolle oder zur Prüfung oder zur Überwachung sondern er isst im Verborgenen bei uns zum Trost, zur Annahme und zur Zusage die nur ganz persönlich im Herzen stattfinden kann.

00:08:34: Das heißt, ich glaube sowohl damals wie auch heute kann Glaube zu einer Art Rolle, zu einem Art Schauspiel werden.

00:08:42: Im Gottesdienst im Gebet, im Dienst für Gemeinde und Ingemeinde, im Dienst in geistlicher Sprache ja sogar in der Erwartung alles richtig machen zu wollen und funktionieren zu müssen.

00:08:54: Und genau da setzt Jesus an diesen ersten zwei Fersen an und versucht dieses Bild zu brechen – uns zu entlasten!

00:09:02: Du musst vor Gott nicht geistlicher wirken als du es eigentlich bist.

00:09:06: Du musst auch gar nichts darstellen, du musst auch nichts beweisen!

00:09:09: Du musst keine Rolle einnehmen die du vielleicht von anderen kennengelernt hast oder die dir auferlegt wurde.

00:09:14: Du darfst ehrlich zu ihm kommen.

00:09:16: zum Vater und diese Differenz oder diese Diskrepanz zwischen innen und außen.

00:09:24: Vielleicht ist das ein guter Vergleich ich bin mir nicht sicher aber ich probiere es mal.

00:09:27: Vielleicht ist es so ähnlich wie beim Muttertag?

00:09:30: Beim Muttertag da gibt es Manchmal Blumen und was Schönes.

00:09:35: Und manchmal bereiten die Kinder das Frühstück vor, und die Enkelkinder bringen einem etwas so als Großmutter.

00:09:41: Es gibt ganz viel Dank und ganz viele schöne Erinnerungen.

00:09:43: Das ist das, was nach außen manchmal vielleicht auch oft sichtbar ist.

00:09:47: Aber da gibt es auch etwas im Inneren im Verborgenen.

00:09:50: Der ist es empfundene Fürsorge, der ist es manchmal Müdigkeit.

00:09:54: Der is' es.

00:09:55: die Sorge um die Kinder, manchmal auch großer Schmerz über Kinderlosigkeit wenn man keine Mutter sein kann Vielleicht sogar trauer um die eigene Mutter, die nicht mehr da ist.

00:10:04: Manchmal schwierige Beziehungen und Überforderung Dankbarkeit, die einfach keine Worte findet.

00:10:11: Das passiert im Inneren und kommt gar nicht nach draußen.

00:10:14: Und genau in so einem Moment sagt Jesus Gott der Vater der sieht das Verborgende.

00:10:19: Gott der vater der sieht es verborgene.

00:10:22: Und das kann an dieser Stelle uns echt eine Erleichterung Eine Entlastung sein beten zu können.

00:10:28: Was keiner sieht das ist nämlich vor Gott Nicht verloren was du trägst Das ist Gott auch nicht verborgen.

00:10:36: Dein stilles Gebet, das geht nicht unter!

00:10:38: Das ist beim Vater genau gut aufgehoben.

00:10:41: Jesus macht deutlich gebet braucht also keine Bühne muss kein Schauspiel sein, muss keine bestimmte Rolle einnehmen weil der Vater das Verborgene sieht.

00:10:50: unser Herz unsere Sehnsucht und unsere Gebrochenheit aber auch all die Kraft und all das Schöne.

00:10:56: Beim Beten müssen wir nichts darstellen.

00:10:59: in den Versen sieben und acht da gibt es so eine Art zweite Befreiung denn Du musst Gott nicht mit Worten überzeugen.

00:11:11: In diesen Fersen, da spricht Jesus vom sogenannten Plappern von leeren Worten oder von viel Rederei je nach Übersetzung und auch hier ist der Ausgangspunkt wichtig.

00:11:22: Jesus verbietet nicht lange Gebete.

00:11:24: Jesus verbietet auch nicht dass du wiederholt für etwas betest.

00:11:28: ich weiß einige Beten seit Jahren und Jahrzehnten für bestimmte Anliegen.

00:11:31: genau das verbietet Jesus eben nicht.

00:11:34: Jesus verbietet auch nicht, dass wir ringend uns im Gebet irgendwie aufhalten.

00:11:40: Aber gleichzeitig sagt er, du musst Gott nicht mit deinen Worten überzeugen!

00:11:45: Was Jesus hier kritisiert ist ein falsches Gebetsverständnis.

00:11:48: so im Sinne von erst viele Worte bewirken viel.

00:11:54: Wiederholungen erzwingen eine Erhöhung.

00:11:58: Gott muss erst überzeugt werden – von meinem Plan und das halt eben durch eine Behaarlichkeit.

00:12:09: Und je besser, je fremer, je geistlicher ein Gebet formuliert ist, desto mehr des du eher erhörtest Gott.

00:12:19: Jesus meint also plappern vielmehr als ein leeres und sinnloses, manchmal sogar als ein magisches verstandenes Gebet.

00:12:27: Im Hintergrund steht nämlich ein falsches Gottesbild.

00:12:31: Gott ist nämlich kein launisches Gegenüber was erst gesättigt werden muss.

00:12:37: Er ist nicht fern und schwer erreichbar, den man nur an bestimmten Orten, bestimmte Zeiten und bestimmten Haltungen erreichen und begegnen kann.

00:12:45: Und er muss auch mit Worten erst gar nicht ermüdet werden damit er von uns sich überreden lässt.

00:12:53: Wie begründet Jesus dass es ein Missverständnis ist wenn wir das Gebet so verstehen?

00:12:59: Er begründete es indem er sagt, dass der Vater schon weiß was wir brauchen Und vielleicht kennst du das dann auch solche Gedanken.

00:13:10: Ich kann nicht gut genug beten, ich weiß nicht was ich sagen soll.

00:13:14: Meine Worte klingen nicht geistlich genug und ich schweife ab, ich werde müde.

00:13:19: manchmal schlafe ich ein und weiß gar nicht mehr was ich gebetet habe oder ich bete einfach immer dasselbe.

00:13:24: aber es ändert sich ja nichts.

00:13:26: Wenn du das kennst, dann lass dir den Druck von Jesus an dieser Stelle nehmen.

00:13:31: Gott hört nicht wegen deiner Qualität der Worte, Gott hört weil er Vater ist.

00:13:38: Er weiß schon, was in dir ist und so nimmt er dich an.

00:13:44: Trotzdem darfst du ihn bitten!

00:13:46: Nicht um ihn zu informieren, nicht um ihn überreden wie ich es gerade sagte sondern dich ihm anzuvertrauen.

00:13:59: Dann könnte es zum Beispiel so aussehen ganz einfach ein ganz kurzes Gebet zwei Worte Herr Hilf.

00:14:08: das kann ein echtes Gebet sein.

00:14:10: Es kann ein stiller Seufzer sein, der dann wie ein Gebet ist.

00:14:15: Es kann einen unbeholfenen Satz sein gestottert oder gefleht – das ist dann ein Gebät!

00:14:21: Es kann aber auch ein gesprochenes Vater unser sein, dass trägt wenn die eigenen Worte ausgehen.

00:14:27: es kann ein müdes Gebet am Abend sein weil es nicht weniger wert ist als ein geistlich starkes Am Morgen.

00:14:34: Beim Beten musste also nicht die richtigen Worte finden um gehört zu werden.

00:14:38: nicht die Qualität deiner Worte trägt sondern der Vater trägt die Worte, zu dem du betest.

00:14:44: Daher musst du Gott nicht mit Worten überzeugen.

00:14:50: Verse sechs bis dreizehn – da könnte man jetzt predigtreien dazu machen nämlich zum Vater unsern.

00:15:04: Jesus gibt uns Worte die uns helfen wenn unsere eigene Worte fehlen.

00:15:12: das heißt In diesen ersten Versen sagt Jesus nicht, wie Gebet nicht verstanden werden soll und wie Gebetschatessen verstanden soll.

00:15:20: Sondern er sagt auch noch etwas, wie man Beten konkret soll.

00:15:25: Er lässt seine Jünger und damit uns nicht ohne Orientierung zurück.

00:15:29: Er gibt ihnen und damit auch uns das Vater Unser – das wohl bekannteste Gebet, was wir gleich auch noch beten

00:15:35: werden.".

00:15:37: Das Vater Unser, das steht im Zentrum dieser Gebetsunterweisung.

00:15:41: Die Jünger fragen ihn ja wie es geht und Jesus erklärt es ihnen.

00:15:45: Und das Vater Unse ist das Zentrum!

00:15:47: Es ist nicht als eine Gebetsformel zu verstehen die man auswendig lernt in dem Konfi Unterricht und dann einfach immer rezipiert weil man so ein magisches Verständnis davon hat.

00:15:57: Das Vater unser richtet sich zuerst auf Gott.

00:16:03: Die Perspektive ist wichtig.

00:16:06: Der erste Teil des Vaters Unser, das richtet sich an Gott.

00:16:09: Und erst dann auf unser Leben vor und mit Gott.

00:16:13: Ein paar wenige Sätze zum Vater Unser.

00:16:15: Das heißt die erste Begegnung ist Zu Gott hin Gottes Name Gottes Reich und Gottes Wille.

00:16:23: Darum sollen wir beten.

00:16:24: Es geht um Gott Um seinen Namen Um seine Sein Reich und sein Willen Und erst Dann schließt sich unser Leben Vor Gott An Unsere tägliche Versorgung Vergebung, Bewahrung und auch Rettung.

00:16:40: Das heißt das Vater Unser ist kein Leistungsgebet es ist kein magischer Text.

00:16:46: Es wirkt nicht weil es eine besondere Formel isst.

00:16:49: Spannenderweise gibt's verschiedene Überlieferungen.

00:16:52: Deswegen geht es nicht um eine magische überlieferung Sondern es geht im Kern darum dass es uns aus unseren eigenen Kreisen befreit.

00:17:00: Es trägt uns wenn unsere eigene Worte fehlen Und es befreite uns wenn wir nicht mehr weiter wissen.

00:17:07: Das Vater Unser, das bringt unsere Bedürfnisse in Gottes Gegenwart.

00:17:11: Ohne dass wir sie manchmal benennen können weil wir keine eigenen Worte haben.

00:17:16: und das dann kann uns dann ganz praktisch entlasten denn man muss nicht jedes Gebet neu erfinden.

00:17:22: ich darf die geprägten Worte beten die Generation vor mir schon getragen haben.

00:17:26: Ich darf mit der Gemeinde beten gemeinsam weil uns das verbindet.

00:17:32: Ich darf mich also an Worte hängen, die größer sind als meine eigene Stimmung, meine eigene Wahrnehmung, meine eigenen Sorgen aber auch meine eigene Vorstellung was ich brauche.

00:17:41: Jesus gibt uns mit dem Vater unser nicht neuen Druck sondern Worte an denen wir uns festhalten können wie eine Leitplanke.

00:17:50: Jesus es gibt uns Worte wenn uns die eigenen Worte fehlen.

00:17:55: und dann gibts bei Matthäus Evangelium noch etwas Besonderes das er Vergebung besonders betont.

00:18:03: Nach dem Vater Unser wird es doppelt wiederholt und doppelt aufgegriffen.

00:18:07: Und das zeigt uns, dass Gebet nicht nur zwischen Gott und mir bleibt, sondern auch immer eine Auswirkung, immer eine Dimension zwischen mir und anderen Menschen hat.

00:18:16: Gebet betrifft meine Beziehungen.

00:18:19: Wer Gottes Vergebung erbittet kann sich der Versöhnung mit anderen nicht grundsätzlich verschließen.

00:18:27: Wer sich Gottes Vergeben ermittet, der kann sich Versöhnung mit anderen nicht grundsätzlich verschließen.

00:18:35: Damit ist nicht gemeint im Sinne von, wenn ich genug anderen Leuten vergebe dann wird Gott mir erst recht vergeben.

00:18:43: Damit is kein Automatismus und keine Leistungen, keinen Register gemeint so nach dem Motto Ich suche mir ganz viele Sachen wo ich vergebe und dann bin ich ja ganz sicher dass Gott mir vergibt.

00:18:54: es meint viel mehr.

00:18:55: wer zum Vater kommt der kommt eigentlich mit offenen Händen Gottes Vergebung, die will dann unsere Hände öffnen.

00:19:06: Wer sich von Gott beschenken lässt, der wird eingeladen auch all das loszulassen was manchmal Beziehungen so kaputt macht und zerstört mit leeren Händen vor ihm zu stehen.

00:19:17: dabei ist Versöhnung viel öfter ein Weg als einen Augenblick Und manche Verletzungen, manche Enttäuschungen sitzen so tief dass es echt lange Zeit braucht und nicht sofort zu lösen ist.

00:19:28: und genau dafür ist an das Gebet da.

00:19:31: Betend dürfen wir vor Gott alles bringen, was wir nicht loslassen können.

00:19:36: Und diese Vergebung – das ist das Ziel der Predigt – ist auch im Abendmahl sichtbar.

00:19:42: Denn beim Abendmall kommen wir nicht als Erhabene, als Verdiente und Besitzergreifende sondern im Abendmal da kommen wir mit leeren Herzen.

00:19:53: Wir kommen bedürftig!

00:19:54: Mit offenen Händen!

00:19:56: Wir kommen angewiesen auf das Brot Wir kommen angewiesen auf die Vergebung.

00:20:00: Wir kommen angewiesen auf Jesus Christus.

00:20:03: Im Vater Unser beten wir ja unser täglich Brot, gib uns heute und vergib uns unsere Schuld!

00:20:08: Und im Abendall soll das sichtbar und spürbar und erlebbar werden – dass Gott gibt und sich Christus schenkt, dass Vergebungen nicht nur erklärt wird sondern zugesprochen und geschmeckt wird, dass wir es mit unseren Sinnen erfahren können aber als Empfangende und nicht als Besitzende.

00:20:25: Das Vater Unster führt uns nicht nur zu Gott sondern auch zu den Menschen zueinander.

00:20:31: Gemeinsam dürfen wir dann das Abendall also empfangen,

00:20:34: d.h.,

00:20:36: was ist Gebet?

00:20:37: Am Ende möchte ich keinen moralischen Befehl formulieren oder eine Aufforderung im Sinne von jetzt betet endlich mehr!

00:20:45: Jetzt lasst uns endlich mehr beten und neue Gebetsgruppen gründen, sondern ich würde es wahrscheinlich anders formulieren.

00:20:51: Ich würde sagen lass uns neue Gebettsgruppe gründen und zusammen beten aber nicht aus dem Anspruch dass wir es tun müssen sondern weil Jesus uns einlädt und diese Tür öffnet.

00:21:02: Und vielleicht ist der erste Schritt nicht mehr zu beten, sondern der erste Sprit ist leichter zu bete.

00:21:08: Leichter zu beden!

00:21:10: Beten ohne Bühne, ohne perfekte Worte, ohne Druck mit dem was da ist – und so können wir zu ihm kommen zu diesem Vater.

00:21:20: Mit Dank, mit Müdigkeit, mit Sorge und auch mit Schuld, mit Sehnsucht und Schmerz aber auch mit so viel Liebe Manchmal mit wenig Worten, manchmal mit geliehenen Worten und dann auch gleich mit dem Vater Unser.

00:21:34: Das heißt du musst Gott nicht beeindruckt wenn du betest!

00:21:38: Du darfst zum Vater kommen.

00:21:40: er sieht dich, er kennt dich und er weiß was du brauchst und er gibt was Dich trägt.

Über diesen Podcast

Predigten und Beiträge aus der Stadtmission Wolfsburg e. V.

von und mit Stadtmission Wolfsburg e. V.

Abonnieren

Follow us